Drei Fragen zur Geschichte von Teneriffa

p1130524Warum bestand trotz der relativen Nähe der Kanarischen Inseln keine Verbindung zwischen ihnen?
Die schwierigen Strömungsverhältnisse zwischen den Inseln war ein Grund, jedoch wahrscheinlich waren alle Menschengruppen auf den Inseln keine Seefahrer und über Generationen verlernten die Guanchen – Ureinwohner wie sie auf die Inseln gekommen waren.

Verschwanden die Guanchen (Ureinwohner) nach der Eroberung?
Viele wurden nach der Eroberung zu Sklaven gemacht und nach Kastilien, Aragonien oder Portugal gebracht, Eroberungskämpfe und eingeschleppte Krankheiten reduzierten die Guanchen, wurden aber nicht ausgerottet
Durch Neuansiedlungen und auch Negersklaven kam es zur Rassenkreuzung von denen der heutige Kanarier das Endprodukt ist

Welche Handwerke waren bei den Eingeborenen am wenigsten geachtet?
Alle die regelmäßigen Umgang mit Blut hatten, waren am wenigsten geachtet, Zum Beispiel mied das Volk jeglichen Kontakt mit einem Henker. Ebenso stand das Handwerk des Einbalsamierens auf der niedrigsten Stufe. Das Tabu des Blutes gilt auch für andere Aspekte des Lebens. Wenn z.B. auf Gran Canaria die Frau ihre Menstruation hatte, zog sie in eine eigens für diesen Zweck bestimmte Behausung. War die Periode zu Ende, reinigte sie sich durch ein Bad und kehrte in Ihre Wohnung zurück.

Die Bilder stammen aus einer Nachbildung der Ureinwohner in der Modellanlage Pueblo Chico bei La Orotava (Teneriffa). Pueblo  Chico ist seit 2016 geschlossen.

Die Eroberung Teneriffas in Bildern – eine Lüge?

Ende Februar hatten wir das erste Mal die Möglichkeit das historische Rathaus von La Laguna von innen zu besichtigen. Dies war nur Dank der hervoragenden Stadtführerin Dominga möglich geworden. Besonders beeindruckt waren wir von den Wandmalerein im Rathaus. Hier war die Verbrüderung zwischen den Guanchen (die Ureinwohner Teneriffas) und den Spaniern Ende des 14.Jahrhunderts dargestellt. Es gabe aber nie eine Verbrüterung. Die Spanier führten führten zwei blutige Schlachten gegen die Guanchen. Diese Bilder spiegeln auf diesen Bildern  die absolute Unwahrheit über die Eroberung von Teneriffa wieder. Vielleich um auch in der restlichen Welt gut dazustehen.
An den Wänden des Treppenhauses, das zur Vorhalle  des Plenarsaals führt , sind eine  Reihe von Wandmalerein zu sehen, welche drei historische Momente der Geschichte zur Eroberung Teneriffas darstellen :

1. Im Zentrum die Erscheinung der Schutzpatronin der Kanarischen Inseln “ die Jungfrau von Canderlaria“ vor den Guanchen , den Ureinwohnern der Insel, darüber die Schutzpatrone der Stadt : der Heilige Sankt Michael sowie der der Heilige Christopherus.

2. Links davon ist eine Darstellung der Unterwerfung der Guanchenfürstern vor dem Erorberer der Insel Alonso Fernadez de Lugo .  Interessant ist die Szene ,auf dem gleichem Gemälde , wie unter einem Baum ein Guanche und Soldat sich brüderlich Umarmen und die Unterwerfung friedlich darstellen . Der Soldat trägt auf seiner Uniform das Jakobskreuz  , was ein geschichtlicher Hinweiss auf den Erorbere ist, da dieser zur Orden von Sankt Jakob gehörte .

3. Auf der rechten Seite sieht man die Vorführung der neun Guanchenfürsten vor den Katholischen Köningen nach der Eroberung Teneriffas . Nach Überlieferung ist nur einer angekommen , der Rest ist auf Übersee gestroben.  Auch hier wird alle sehr übertrieben und freundschaftlich dargestellt was natürlich nicht der Wahrheit entspricht .

Gekrönnt wird das Treppenhaus von einer achteckigen Decke mit Fresken in portugisichen Stil bei deren Dekoration Blumen , Blätter und Rosetten mit hellen Ockertönen kombiniert  werden .

Die Haupttreppe wird von zwei Bögen abgeschlossen , die noch ihren ursprünglich roten Vulkanstein aus dem 16  Jahrhundert zeigen.

Wir möchten uns über die Mithilfe für diesen Beitrag bei Dominga, einer Stadtführerin des Touristenbüros in La Laguna bedanken. Montag bis Freitag findet um 11.30 Uhr eine Stadtführung in deutsch vom Touristenbüro in La Laguna statt. Die Führung dauert ca. 1 Stunde und ist kostenlos. Das Touristenbüro von La Laguna und Dominga freut sich über Ihre Teilnahme.

Danke Dominga!!!

Juego del Garrote Canario – der kanarische Stockkampf

Kanarischer Stockkampf
Kanarischer Stockkampf

Am Rande des „Arrastre de ganado“,  des Viehziehen [mehr]  haben wir das Glück gehabt, den althergebrachten kanarischen Stockkampf  beobachten zu können.

Man kann sich gut vorstellen, das diese Sportart ihren Ursprung bei den Guanchen, den Ureinwohnern, hat und in die heutige Zeit überliefert worden ist.

Ursprünglich wurde der Stock zur Selbstverteidigung genutzt, heute ist es mehr ein Sport, bei dem versucht wird, den Gegner  zu besiegen. Bei den Erwachsenen und Könnern gibt es dafür richtige Holzknüppel, die in Handarbeit zu einem Garrote gearbeitet werden. Der Stock wird gerichtet, die Baumrinde wird abgezogen  und das Holz wird glatt geschmirgelt, bzw. mit Messern glatt gezogen. Im optimalen Fall soll es so sein, das der Stock ein wenig länger ist, als der Stockträger.

Zwei Stockkämpfer stehen sich gegenüber und versuchen den Gegenüber mit dem Stock zu treffen. Im sportlichen Zweikampf gibt es vorgegebene Techniken und Handgriffe. Dabei geht es nicht um Kraft, sondern um Schnelligkeit, Ausdauer und Kombination verschiedener Schläge und Griffe.

Sehr schön ist, das auch die Jugend an diesen Sport heran geführt wird.
Es gibt Sportvereine, wo man den Stockkampf erlernen kann und es werden kleine Wettkämpfe ausgetragen.

Bei den Kindern werden zur Sicherheit keine Holzstöcke verwendet.
Die Kinder und Jugendlichen nutzen gepolsterte Sticks  und Schutzwesten.
Im Wettkampf geben die Kleinen alles und die Besten werden mit einem Pokal belohnt.

Schön, das Traditionen lebendig gehalten werden.
Hier noch ein tolles Video zum Juego del Garrote Canario [mehr]