Auf alten Pfaden von Las Carboneras nach Chinamada

P1130054Heute werden wir in die Vergangenheit zurück versetzt. Wir besuchen das Dorf Chinamada, wo wie zu Zeiten der Guanchen (Ureinwohner Teneriffas) die Menschen in Höhlen (Wohnhölen) leben. Die 2 Stunden Panorama –Wanderung ist wegen Ihrer Kurzweiligkeit auch sehr gut für Kinder geeignet.

Es ist eine eindrucksvolle Rundwanderung ohne großen Schwierigkeitsgrad.
Startpunkt ist im kleinen Bergdorf Las Carboneras die Bushaltestelle der „Titsa“ am Kirchplatz. Wir gehen auf der Strasse die wir soeben gekommen sind, leicht bergab zurück. Nach 5 Minuten geht in einer Kurve auf der rechten Straßenseite unser gelb/weiß markierter Wanderweg auf Treppen nach oben. Rückblickend haben wir schöne Ausblicke auf Las Carboneras, dem Matterhorn von Teneriffa (kantiger Berg) und dem Anagagebirge. Nach 15 Minuten Gesamtgehzeit kommt unser ansteigender Pfad auf einen anderen Wanderweg und wir gehen nach rechts in Richtung Chinamada (TF10). Unser Weg ist jetzt bis Chinamada nicht mehr zu verfehlen. Nur einen Pfad hinter einer Kurve nach links herunter lassen wir im weiteren Verlauf unbeachtet. Wir halten uns hier rechts etwas ansteigend. Nach 30 Minuten Gesamtgehzeit kommen wir an ein einzelnes Haus und gehen nach rechts um das Haus herum weiter. Wer möchte kann hier bei einer kleinen Pause die herumlaufenden Hühner (Kinder!) beobachten. Sie warten regelrecht darauf etwas essbares zu bekommen. Im weiteren Verlauf kommen wir an einem Holzkreuz vorbei und auch hier lassen wir den abzweigenden Pfad nach rechts unbeachtet. Nach knapp über 1¼ Stunde Fußmarsch werden wir in Chinamada mit Hundegebell begrüßt.
Chinamada ist heute von großem völkerkundlichem Interesse. Die noch hier wenigen Menschen wohnen in Wohnhöhlen. Vor die Wohnhöhlen ist eine Wand gesetzt, worin sich Fenster und Tür befinden. Alle moderneren Häuser gehören Einwohnern aus Punta de Hidalgo, die als Wochenendhäuser genutzt werden. Erst 2004 hat der Ort elektrisch Licht und eine Strasse erhalten. Heute hat Chinamada auch eine Bar, die aber vorwiegend von Touristen genutzt wird.
Einen Besuch wert ist der wunderschöne Aussichtspunkt „Mirador de Aguaide“ kurz hinter Chinamada. Das Hinweisschild steht rechts hinter dem zentralen Dorfplatz. Für den Abstecher benötigt man 20 Minuten.
Wir wandern nun vom Kirchplatz die leicht ansteigende Asphaltstrasse aus Chinamada heraus. Am Hinweisschild (Ortsausgang) halten wir uns in Richtung Las Carboneras. Wir wandern auf der sehr wenig befahrenen Strasse bis Las Carboneras und freuen uns über die grandiosen Ausblicke. Nach 35 Minuten erreichen wir Las Carboneras und können bei Maria in der Bar „Tesegre“ typisch kanarische Speisen und Rotwein aus der Region genießen.

Anforderung: 2 1/4 Stunden (leicht) Aufwärts 292m Abwärts 292m Länge 7,7 km

Von Nord: TF5 bis hinter La Laguna, die TF13 bis Las Canteras, von dort auf die TF12 zum Abzweig (links) nach Las Caboneras TF145
Von Süd: TF1 bis Abzweig nach La Laguna, dort auf die TF2 in Richtung Puerto de la Cruz, die TF 2 Zweigt auf die TF5 Richung Puerto de la Cruz, nach einer Minute auf der TF5 die TF13 bis Las Canteras, von dort auf die TF12 zum Abzweig (links) nach Las Caboneras TF145

Anfahrt Linienbus der Titsa:

Von Nord: Mit dem Linienbus um 08.15 Uhr 102 bis La Laguna, in La Laguna mit Bus 275  (09.25 Uhr nur Mo-Fr,  bis Las Caboneras, Zurück ab Las Carboneras Bus 275 14.00 oder 16.00 Uhr.
Von Süd : Mit dem Linienbus 110 aller 30 Minuten bis Santa Cruz, weiter mit bis 014,101,102 bis La Laguna (aller 15 Minuten), in La Laguna mit Bus 275  (09.25 Uhr nur Mo-Fr,  bis Las Caboneras, Zurück ab Las Carboneras Bus 275 14.00 oder 16.00 Uhr.

GPS-Route mit Höhen- und Geschwindigkeitsprofil:

Gesamtstrecke: 7807 m
Maximale Höhe: 726 m
Minimale Höhe: 595 m
Gesamtanstieg: 358 m
Gesamtabstieg: -356 m
Total time: 01:42:35

Vom Parador nach El Portillo

NatternkopfHeute genießen wir eine längere Wanderung durch einen der größten Vulkan – Einsturzkrater der Welt. Unser Weg verläuft an den Calderarandbergen des Einsturzkraters. Großartige farbige Felsformationen wechseln sich mit großen Lavafeldern ab. Bitte unbedingt Sonnenschutz mitnehmen, da auf der gesamten Wegstrecke keine schattigen Stellen sind.
Für Wanderer die mit dem Linienbus anreisen: Es fährt aus dem Süden und aus dem Norden Teneriffas täglich nur je ein Bus zum Nationalpark. Dies gilt auch für die Rückfahrt.

Gleich neben dem Parador Hotel und der Selbstbedienungsgaststätte befindet sich ein Autokreisel. Hier ist in östlicher Richtung, direkt zugehend auf den Tafelberg Guajara (1) ist unser Einstieg zur Wanderung. Hier steht auch ein grünes Hinweisschild „Weg Nr.4“. Dieser gekennzeichnete Weg wird uns heute auch den ganzen Tag begleiten. Zunächst gehen wir für 15 Minuten auf einem von Steinen eingefassten Pfad. Danach stößt unser Weg auf eine breite Piste, wo wir nach links auf die breite Piste gehen. Der Tafelberg Guajara liegt nun rechts von uns. Der mit 2718m hohe Guajara ist neben dem Teide einer der schönsten Berge von Teneriffa. Benannt ist der Berg nach der letzten Prinzessin der Guanchen, der Ureinwohner Teneriffas. Wenig später passieren wir eine Stahlschranke. Gleich dahinter liegt auf der rechten Seite die phantastische Felsformation der Piedras Amarillas (2-Topp). Hellbraune, rötliche bis gelbe Farbenspiele wechseln sich ab. Der Kontrast zum tiefblauen Himmel rundet das beeindruckende Bild ab. Rechts am Hang stehen vereinzelte Kiefern, die versuchen in diesem rauen Klima zu überleben. Zeitweise ist unser breiter Weg auch mit einer schönen Natursteinmauer eingefasst. Im weiteren Verlauf macht unser Weg einen großen Bogen nach rechts. Hier können wir rechts die kantigen Gesteinsformationen aus Basalt bewundern. Alles erinnert an aufgeschichtete Legosteine. Nach 50 Minuten Gehzeit geht links der Weg Nr.16 zur Seilbahnstation ab. Danach durchschreiten wir eine schöne Ebene. 10 Minuten später geht rechts ein Pfad mit Nr.5 zu dem Tafelberg Guajara ab. Wir bleiben jedoch auf unserer breiten Piste. Rechts und links des Weges steht Wildprets Natternkopf. Die großen rotblühenden Säulen dieses Natterkopfgewächses gibt es nur im Nationalpark von Teneriffa. Diese großartigen Pflanzen blühen ab Ende Mai bis Anfang Juli und sind sonst an den säulenartigen Gerippen zu erkennen. Nach 2¾ Stunden Gesamtgehzeit kommen wir durch eine große Ebene. Auf der rechten Seite steht ein schöner Felsturm (3). 45 Minuten später sehen wir vor uns die ersten Häuser von El Portillo. Unser Weg zieht sich aber noch und erst nach weiteren 45 Minuten passieren wir eine Stahlschranke und 5 Minuten stoßen wir auf die Strasse TF21. Auf der anderen Straßenseite befindet sich das Informationszentrum „Centro de Visitantes“ (4). Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Hier wird auch ein 20 Minuten-Film über den Teide und die Entstehung Teneriffas (in Deutsch) gezeigt.
Wir gehen auf der Strasse TF21 nach rechts und nach 200m haben wir das Restaurant „El Portillo“ erreicht. Hier ist auch die Bushaltestelle.

Anforderung: 4,5 Stunden (mittel)     Aufwärts 264m    Abwärts 375m    Länge 16,8 km

Anfahrt mit Mietwagen:

Von Nord: Von Puerto de la Cruz auf der TF 21 bis zum Hotel Parador im Nationalpark, Rückfahrt von El Portillo mit Bus 341 bis Parador um das Auto zu holen.
Von Süd:  Von Playa de las Americas die TF 28, weiter die TF 51 bis Vilaflor und von dort die TF 21 bis zum Hotel Parador im Nationalpark, Rückfahrt von El Portillo mit Bus 342 bis Parador um das Auto zu holen.

Anfahrt Linienbus:

Von Nord: Mit Titsa Bus 348 9.15 Uhr ab Puerto de la Cruz bis Hotel Parador, zurück mit Bus 348 ca. 16.30 Uhr ab  El Portillo – Besucherzentrum Centro de Visitantes
Von Süd: Mit Titsa Bus 342 9.15 Uhr ab Playa de las Americas bis Hotel Parador, zurück mit Bus 342 ca. 15.30 Uhr ab  El Portillo – Besucherzentrum Centro de Visitantes

 

GPS-Route mit Höhen- und Geschwindigkeitsprofil:

Gesamtstrecke: 20522 m
Maximale Höhe: 2193 m
Minimale Höhe: 2042 m
Gesamtanstieg: 4318 m
Gesamtabstieg: -4343 m
Total time: 03:11:47

Drei Fragen zur Geschichte von Teneriffa

p1130524Warum bestand trotz der relativen Nähe der Kanarischen Inseln keine Verbindung zwischen ihnen?
Die schwierigen Strömungsverhältnisse zwischen den Inseln war ein Grund, jedoch wahrscheinlich waren alle Menschengruppen auf den Inseln keine Seefahrer und über Generationen verlernten die Guanchen – Ureinwohner wie sie auf die Inseln gekommen waren.

Verschwanden die Guanchen (Ureinwohner) nach der Eroberung?
Viele wurden nach der Eroberung zu Sklaven gemacht und nach Kastilien, Aragonien oder Portugal gebracht, Eroberungskämpfe und eingeschleppte Krankheiten reduzierten die Guanchen, wurden aber nicht ausgerottet
Durch Neuansiedlungen und auch Negersklaven kam es zur Rassenkreuzung von denen der heutige Kanarier das Endprodukt ist

Welche Handwerke waren bei den Eingeborenen am wenigsten geachtet?
Alle die regelmäßigen Umgang mit Blut hatten, waren am wenigsten geachtet, Zum Beispiel mied das Volk jeglichen Kontakt mit einem Henker. Ebenso stand das Handwerk des Einbalsamierens auf der niedrigsten Stufe. Das Tabu des Blutes gilt auch für andere Aspekte des Lebens. Wenn z.B. auf Gran Canaria die Frau ihre Menstruation hatte, zog sie in eine eigens für diesen Zweck bestimmte Behausung. War die Periode zu Ende, reinigte sie sich durch ein Bad und kehrte in Ihre Wohnung zurück.

Die Bilder stammen aus einer Nachbildung der Ureinwohner in der Modellanlage Pueblo Chico bei La Orotava (Teneriffa). Pueblo  Chico ist seit 2016 geschlossen.

Die Eroberung Teneriffas in Bildern – eine Lüge?

Ende Februar hatten wir das erste Mal die Möglichkeit das historische Rathaus von La Laguna von innen zu besichtigen. Dies war nur Dank der hervoragenden Stadtführerin Dominga möglich geworden. Besonders beeindruckt waren wir von den Wandmalerein im Rathaus. Hier war die Verbrüderung zwischen den Guanchen (die Ureinwohner Teneriffas) und den Spaniern Ende des 14.Jahrhunderts dargestellt. Es gabe aber nie eine Verbrüterung. Die Spanier führten führten zwei blutige Schlachten gegen die Guanchen. Diese Bilder spiegeln auf diesen Bildern  die absolute Unwahrheit über die Eroberung von Teneriffa wieder. Vielleich um auch in der restlichen Welt gut dazustehen.
An den Wänden des Treppenhauses, das zur Vorhalle  des Plenarsaals führt , sind eine  Reihe von Wandmalerein zu sehen, welche drei historische Momente der Geschichte zur Eroberung Teneriffas darstellen :

1. Im Zentrum die Erscheinung der Schutzpatronin der Kanarischen Inseln “ die Jungfrau von Canderlaria“ vor den Guanchen , den Ureinwohnern der Insel, darüber die Schutzpatrone der Stadt : der Heilige Sankt Michael sowie der der Heilige Christopherus.

2. Links davon ist eine Darstellung der Unterwerfung der Guanchenfürstern vor dem Erorberer der Insel Alonso Fernadez de Lugo .  Interessant ist die Szene ,auf dem gleichem Gemälde , wie unter einem Baum ein Guanche und Soldat sich brüderlich Umarmen und die Unterwerfung friedlich darstellen . Der Soldat trägt auf seiner Uniform das Jakobskreuz  , was ein geschichtlicher Hinweiss auf den Erorbere ist, da dieser zur Orden von Sankt Jakob gehörte .

3. Auf der rechten Seite sieht man die Vorführung der neun Guanchenfürsten vor den Katholischen Köningen nach der Eroberung Teneriffas . Nach Überlieferung ist nur einer angekommen , der Rest ist auf Übersee gestroben.  Auch hier wird alle sehr übertrieben und freundschaftlich dargestellt was natürlich nicht der Wahrheit entspricht .

Gekrönnt wird das Treppenhaus von einer achteckigen Decke mit Fresken in portugisichen Stil bei deren Dekoration Blumen , Blätter und Rosetten mit hellen Ockertönen kombiniert  werden .

Die Haupttreppe wird von zwei Bögen abgeschlossen , die noch ihren ursprünglich roten Vulkanstein aus dem 16  Jahrhundert zeigen.

Wir möchten uns über die Mithilfe für diesen Beitrag bei Dominga, einer Stadtführerin des Touristenbüros in La Laguna bedanken. Montag bis Freitag findet um 11.30 Uhr eine Stadtführung in deutsch vom Touristenbüro in La Laguna statt. Die Führung dauert ca. 1 Stunde und ist kostenlos. Das Touristenbüro von La Laguna und Dominga freut sich über Ihre Teilnahme.

Danke Dominga!!!

Juego del Garrote Canario – der kanarische Stockkampf

Kanarischer Stockkampf
Kanarischer Stockkampf

Am Rande des „Arrastre de ganado“,  des Viehziehen [mehr]  haben wir das Glück gehabt, den althergebrachten kanarischen Stockkampf  beobachten zu können.

Man kann sich gut vorstellen, das diese Sportart ihren Ursprung bei den Guanchen, den Ureinwohnern, hat und in die heutige Zeit überliefert worden ist.

Ursprünglich wurde der Stock zur Selbstverteidigung genutzt, heute ist es mehr ein Sport, bei dem versucht wird, den Gegner  zu besiegen. Bei den Erwachsenen und Könnern gibt es dafür richtige Holzknüppel, die in Handarbeit zu einem Garrote gearbeitet werden. Der Stock wird gerichtet, die Baumrinde wird abgezogen  und das Holz wird glatt geschmirgelt, bzw. mit Messern glatt gezogen. Im optimalen Fall soll es so sein, das der Stock ein wenig länger ist, als der Stockträger.

Zwei Stockkämpfer stehen sich gegenüber und versuchen den Gegenüber mit dem Stock zu treffen. Im sportlichen Zweikampf gibt es vorgegebene Techniken und Handgriffe. Dabei geht es nicht um Kraft, sondern um Schnelligkeit, Ausdauer und Kombination verschiedener Schläge und Griffe.

Sehr schön ist, das auch die Jugend an diesen Sport heran geführt wird.
Es gibt Sportvereine, wo man den Stockkampf erlernen kann und es werden kleine Wettkämpfe ausgetragen.

Bei den Kindern werden zur Sicherheit keine Holzstöcke verwendet.
Die Kinder und Jugendlichen nutzen gepolsterte Sticks  und Schutzwesten.
Im Wettkampf geben die Kleinen alles und die Besten werden mit einem Pokal belohnt.

Schön, das Traditionen lebendig gehalten werden.
Hier noch ein tolles Video zum Juego del Garrote Canario [mehr]