Die Jungfrau von Candelaria

Der 15.August ist jedes Jahr der Tag der Schutzpatronin von Candelaria. Die Jungfrau von Candelaria ist die zentrale Figur religiösen Lebens auf den kanarischen Inseln. Tausende strömen an diesem Tag in die Basilika in Candelaria, um ihr zu huldigen. Viele machen sich als Pilger auf den Weg nach Candelaria. Aus dem Norden der Insel Teneriffa gehen die Menschen zum Teil schon am Vorabend los, um am 15.August der größten Prozession auf Teneriffa beizuwohnen.
Am Tag zuvor wird die Geschichte der Jungfrau von Candelaria von Laiendarstellern der Stadt inszeniert.

Die Statue der Schwarzen Madonna ist eine originalgetreue Nachbildung von Fernando Estěvez  aus dem 19. Jahrhundert.

Es lohnt sich aber auch außerhalb der Prozession die Basilika von Candelaria zu besichtigen. Besonders schöne Fotomotive sind die übergroßen Bronzefiguren der Könige (Menseys) der Guanchen (Ureinwohner) von Teneriffa.

Die Geschichte der Jungfrau von Candelaria (gekürzte Form)

Diese Geschichte spielte sich in der Gegend von Güímar im Jahr 1390 ab. Zwei Hirten des damaligen Guanchenherrschers, Mensey Acaymo, hüteten ihre Herde am Rande des Barrancos Chinguaro, als einer der beiden plötzlich eine Frauengestalt am nahe gelegenen Strand entdeckte. Sie stand aufrecht und hielt ein Kind in den Armen. Nachdem sie auf Handzeichen, dass sie verschwinden sollte, nicht reagierte, beschloss er, sich die Gestalt aus der Nähe zu betrachten.
Die Perfektion der Statue und die ungewöhnliche Kleidung, die sie trug, erregte instinktiv seine Besorgnis. Er glaubte, seine Herde sei durch die seltsame Erscheinung in Gefahr. So nahm er einen Stein auf, um ihn auf den ungebetenen Gast zu werfen. Doch noch in der Bewegung blieb sein Arm plötzlich steif und unbeweglich. Er konnte nicht einmal mehr den Stein los lassen.
Sein Freund, der das seltsame Geschehen beobachtet hatte, griff nach einem weiteren spitzen Stein und versuchte einen Finger von der Hand der Statue zu lösen, um zu überprüfen, ob sie aus Holz geschnitzt war. Kurioserweise war es seine eigene Hand, die Schnittwunden aufwies und verletzt wurde.
So blieb ihnen nur die Wahl sich zurück zu ziehen und das Erlebte dem Mensey zu berichten. Acaymo beschloss sich persönlich von der wundersamen Frau zu überzeugen und ging mit den beiden Hirten zurück zum Strand.
Er befahl dem verwundeten Hirten die Figur zu berühren und – welch Wunder! – seine Hand war auf der Stelle geheilt. Daraufhin brachten sie die Statue in die Höhle des Menceys und bewunderten deren außergewöhnliche Schönheit. Kurze Zeit später brachten sie sie in die Höhle Achbinico in der Nähe des Strandes. Etwa vierzig Jahre später erfuhren sie von einem entflohenen Gefangenen der Spanier, namens Anton, dass es sich um die Jungfrau handelte. Von da an nannten sie sie „Chaxiraxis“, was so viel bedeutet, wie die Mutter, die die Welt erhält. Die Jungfrau von Candelaria verblieb in der Grotte bis zum Jahr 1826. Ein heftiger Sturm und aufgepeitschte See drangen bis zur Höhle vor und rissen die Mutterfigur mit sich fort. Das Meer, das sie gebracht hatte, hatte sie auch wieder mitgenommen.

 

Anreise:
Von Süd: Autobahn TF 1 bis Abfahrt Candelaria
Von Süd mit Linienbus: Von Las Americas oder Los Christianos mit Nr. 111 Candelaria

Von Nord: Autobahn
Von Nord mit Linienbus: Mit Bus 103 bis Santa Cruz bis Candelaria mit Bus 111, 115,116, 120 122,123 oder124

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