Sozial ist gut – aber ist das nicht zu viel?

Sonntag, Dezember 9, 2012

Besonders in Krisenzeiten schaut man etwas beängstigend auf die Entwicklung des Landes wo man lebt und arbeitet. Das ist auch bei uns so, wo wir doch jetzt schon fast 6 Jahre in Spanien auf Teneriffa leben. Nichts wünscht man sich mehr, dass Spanien die geplanten Veränderungen im Land gut durchsteht. Einer im Kanaren Express erschienener Artikel (April 2012) zeigte bei uns, wie bitter notwendig Veränderungen sind. In diesem Artikel geht es um einen Sanierungsplan des Busunternehmens Titsa.

Auszugsweise heißt es darin.
………dafür wird ein temporäres Regulierungsverfahren ins Auge gefasst, demnach jeder der 1600 Angestellten 15 Tage pro Jahr arbeitslos gemeldet werden und auf eines der vier zusätzlichen Gehälter im Jahr verzichten muss. Damit können rund zwei Millionen Euro eingespart werden……

Da wir es fast nicht glauben konnten, was wir da gelesen haben, fragten wir dazu noch einmal eine spanische Freundin. Sie versicherte uns, dass es zum großen Teil in Spanien üblich ist bis zu 4 Monatsgehälter zusätzlich im Jahr zu zahlen.

Ein anderes schwieriges Thema gibt es auch noch für Arbeitgeber. In Spanien müssen sehr hohe Abfindungen bei Entlassungen gezahlt werden. Wir mussten leider betriebsbedingt eine Mitarbeiterin nach 6 Monaten entlassen. Die Mitarbeiterin hatte einen befristeten Arbeitsvertrag, der ausgelaufen war. Trotzdem erhielt die Mitarbeiterin (eine sehr, sehr gute Mitarbeiterin!!!) die gesetzliche Abfindung von 144,00 € gezahlt.

Unsere spanische Freundin sagte uns noch dazu, dass ihr Vater einen kleinen Betrieb für Reparatur von Büromaschinen hat und eigentlich schon im Ruhestand ist. Er hat 2 Angestellte, die schon über 10 Jahre in der Firma sind. Er kann den Betrieb altersbedingt nicht aufgeben, da er die hohen gesetzlichen Abfindungen nicht bezahlen kann.

Noch einmal zum Busunternehmen Titsa:
Unserer Meinung nach ein sehr, sehr gutes Unternehmen. An der Flexibilität und Freundlichkeit der Mitarbeiter können selbst wir Deutschen uns etwas abgucken. Wir haben nur positive Erfahrungen mit der Titsa gemacht.

Comments (2)

 

  1. Alex sagt:

    In meinen Augen ist die Anzahl der Monatsgehälter unerheblich. Es zählt, was man am Ende des Jahres verdient, egal ob es durch 12, 13 oder 16 geteilt wird. Der Jahresverdienst ist auf den Kanaren sehr gering, durchschnittlich unter 19.000 EUR (Deutschland über 28.000 EUR).

  2. Georg Schmalfuß- Weber sagt:

    Hier in Deutschland steht in vielen Unternehmen das sogenannte 13, Monatsgehalt zur Debatte, auch bei mir.
    Erstaunlicherweise sind die Ursachen für den Zustand der verschuldeten Länder sehr hausbacken. In Griechenland gibt es einen gesetzlich extrem hohen Steuerfreibetrag für das Existenzminimum. Wenn wir dem endgegen setzen, das die Griechen weniger verdienen zahlt ja wohl kaum noch jemand Lohnsteuer. Da ommen wirklich Fragen auf.
    Bis zum 4. Februar da kommen wir wieder zu Euch nach Teneriffa

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