Der Pico del Teide OHNE Aventura Wandern

Sonntag, Oktober 13, 2013

September 2013. Zum zweiten Mal auf Teneriffa; dieses Mal sollte der Aufstieg auf den Pico de Teide dabei sein!
Also die Website von Aventura Wandern aufgerufen … große Enttäuschung: „Während der Sommermonate bietet Aventura Wandern den Teide-Aufstieg nicht an.“ Schade, also doch nicht.

Im Hotel in Puerto de la Cruz einen Flyer eines einheimischen, kanarischem Wanderführers gefunden: Teide- Aufstieg jeden Mittwoch. Kontakt aufgenommen, alles kein Problem, angemeldet, um 5:00 Uhr wurden wir am Hotel abgeholt, gegen 6:15 Uhr begann am Parkplatz der Aufstieg. Alles sah gut aus.

Teide Aufstiegsweg
Der kanarische Wanderführer legte ein enormes Tempo vor. Irgendwann erfuhren wir, daß die Genehmigung zum Passieren der Sperre für die letzten 150 Höhenmeter zum Gipfel zeitlich beschränkt seien. Wir sollten bis spätestens 11:00 dort sein, andernfalls könne es geschehen, daß man uns an der Sperre nicht mehr durch ließe. „Kommt darauf an, wer Dienst hat.“ Ob meine Frau und ich nicht abbrechen und zurückgehen wollten, da wir offensichtlich nicht wandertauglich seien. Wir lehnten ab und marschierten weiter.

Refugio 3.260 hm
Etwa 200m unterhalb der Berghütte Refugio auf 3.260 hm verließ uns der Wanderführer und lief mit den beiden anderen – ziemlich jugendlichen – Teilnehmern unserer Gruppe allein weiter, damit wenigstens diese beiden den Gipfel sicher würden besteigen können.

„Ich komme dann zurück und hole Sie beiden ab.“ 11:15 kamen auch wir an der Sperre an. Ich wurde durch die Sperre hindurch gelassen, meine Frau – erneut miserable Kommunikation seitens der Kanaren, sie hätte an dieser Stelle auch eine Weile rasten und später nachkommen können – blieb enttäuscht und geschafft an der Sperre stehen und wartete, bis es wieder heim ging.
Ihr Fazit: „Die ganze Plackerei umsonst!“

Pico del Teide 3.718 hm
Meine persönliche Einschätzung zu dieser Wanderung mit dem einheimischen Wanderführer:

1.) Der Aufstieg auf den Teide ist innerhalb eines Tages möglich, auch wenn Aventura Wandern diesen so nicht (mehr) anbietet. Man muß sich nur die entsprechende Zeit nehmen und ausreichend Rast einplanen, dann sollte man den Aufstieg je nach persönlicher Kondition in gut 6 bis 7 Stunden geschafft haben.
Jedoch sollte man hoffen, daß kein Sturm verhindert, daß die Seilbahnen einen wieder mit ins Tal nehmen können, und man nicht wieder zu Fuß vom Berg absteigen muß. Darauf hätte auch ich selbst keine Lust gehabt.

2.) Ich selbst bin lange und anstrengende Bergwanderungen aus den Alpen gewöhnt; ich halte mich für trainiert und sportlich. Hätte ich nicht auf meine Frau Rücksicht nehmen müssen, hätte ich bis zur Kontrollstation etwa 4,5 Stunden gebraucht. Unter den Randbedingungen, nach denen der kanarische Veranstalter den Aufstieg geplant hatte, wäre selbst diese Zeit äußerst knapp gewesen. Für die Hetzerei, die wir erleben mußten, fehlt mir das Verständnis.
Eine weitere Tour, die wir beim selben Veranstalter schon gebucht hatten, haben wir wieder abgesagt.

Aventura Wandern auf Teneriffa
Der Abend kostete mich viel Seelenmassage. Was den Urlaub rettete und die Pleite des Teide-Aufstiegs – wenigstens bei meiner Frau – vergessen machte, war der Folgetag: Wanderung durch die Masca-Schlucht, dieses Mal mit Aventura Wandern. Ich kannte bereits die Schlucht, und ich kannte Aventura Wandern sowie das Klima, welches in der Gruppe während der Wanderungen herrschte.

Diese Tour sollte bitte, bitte ein Erfolg werden.
Ich wurde nicht enttäuscht. Und meine Frau lacht wieder.

Ingolf

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Kategorie: Wandern

Comments (2)

 

  1. Trotzdem bitte bedenken, das es sich um eine Tour im Hochgebirge handelt. Die dünnere Luft macht sich schon bemerkbar, da ist das reichte Gespür für das Gehtempo wichtig. Dafür haben die beiden Wanderer ja auch eine geführte Tour gebucht und das sollte jeder machen, der sich unsicher ist.

  2. S. Weigner sagt:

    Die Tour auf den Teide ist komplett an einem Tag möglich. Startpunkt ist der Parkplatz an der TF21 (KM40). Von dort aus Montana Blanca – Refugio – Teidegipfel und den gleichen Weg zurück. Aus meiner Sicht für einen Wanderer, der auch hin und wieder mal eine längere Tour in den Alpen macht kein Problem. Allerdings sollte man genug Zeit einplanen und genug Wasser mitnehmen… 😉

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